Alzheimer! Heilungschance und  Therapie !

Bisher gibt es keine Behandlung, mit der die Alzheimer-Krankheit geheilt werden kann. Allerdings betreiben zahlreiche Forschungsprogramme viel versprechende Studien, in deren Mittelpunkt die Bekämpfung der Krankheit oder deren Prävention steht. Menschen, die heute an Alzheimer leiden, stehen Medikamente zur Verfügung, die helfen, die Symptome der Erkrankung zu kontrollieren. Zusätzlich gibt es medikamentöse Behandlungen, die Erregungszustände, Depressionen oder psychotische Symptome (Halluzinationen oder Verwirrung), welche im Laufe der Erkrankung auftreten können, mildern helfen. Nichtmedikamentöse Therapien sind häufig ebenfalls darauf ausgerichtet, Begleitsymptome der Alzheimer-Krankheit abzumildern oder die Denk- und Merkfähigkeit zu verbessern. Andere nichtmedikamentöse Ansätze versuchen, die Alltagskompetenz der Patienten zu stärken und Angehörige zu unterstützen. Sie können über die beiden Kategorien navigieren oder über die Schlagworte zu den einzelnen Themen gelangen.


Die überraschende Entdeckung von US-Forschern : Sie fanden heraus, dass das blutzuckersenkende Hormon Insulin im Gehirn Nervenschäden verhindert, die zu einer Alzheimer-Demenz führen. Das läßt alle Betroffenen hoffnungsvoll die Ergebnisse weiterer Studien erwarten.

Der Wirkstoff Memantine, ein modernes Antidementivum, zugelassen zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz. Die negative Wirkung der bei Alzheimer erhöhten Glutamatmengen im Gehirn wird durch Memantine reguliert. Der Wirkstoff fördert und verbessert die Funktion der Nervenzellen.  Lernsignale werden wieder erkannt, der Patient wird wieder geistig aktiver.  Die kognitive Leistungs- sowie die Gedächtnisfähigkeit (z. B. Erinnern und Orientieren) bleiben länger erhalten. Die Betroffenen können dadurch  länger in der Lage sein, Alltagaktivitäten selbstständig zu meistern (z. B. sich waschen, sich anziehen, essen, zur Toilette gehen etc.).  .
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Arzneimittel aus der Gruppe der Nootropica sind schon lange bekannt und werden zur Verbesserung der Durchblutung des Gehirns eingesetzt. Zu dieser Gruppe gehören Piracetam, Nicergolin und Pyritinol. Eine positive Wirkung bei der Alzheimer-Krankheit konnte nicht nachgewiesen werden.

Für Ginkgo biloba, einem Pflanzenextrakt aus Blättern des Ginkgo-Baumes, bewertet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seine Wirkung bei Alzheimer-Patienten. Obwohl Studienergebnisse sehr unterschiedliche Ergebnisse brachten, sieht das IQWiG bei einer höheren Dosierung von täglich 240 mg eine Verbesserung der Alltagsaktivitäten als belegt an. Eine vorbeugende Wirkung konnte nicht nachgewiesen werden. Weitere Studien laufen noch.


Die nicht medikamentöse Therapie soll die Pflegebedürftigkeit des Erkrankten möglichst lange hinaus zögern, dass seine Angehörigen die Krankheit verstehen lernen und dass der Erkrankte solange es geht seinen Selbstrespekt und Lebenswillen erhält. So wird zum Beispiel in der sog. Milieu-Therapie besonderer Wert darauf gelegt, dass die Alltags- und Freizeitaktivitäten des Erkrankten gefördert werden und er verstärkt in das Familienleben integriert wird. Dies soll, in Verbindung mit einem einfach strukturierten Tagesablauf, die Beziehung zwischen dem Erkrankten und den pflegenden Personen stärken und dem Patienten so ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.

Selbst-Erhaltungstherapie. Diese beschäftigt sich mit den weniger beeinträchtigten Fähigkeiten des Erkrankten wie dem Langzeitgedächtnis. Durch gemeinsames Betrachten alter Fotoalben aus seiner Vergangenheit oder dem Hören alter Musikstücke und gemeinsames Lesen von Buchtexten kann die Identität des Kranken länger erhalten bleiben. Zudem weckt es in dem Betroffenen das Gefühl der Kompetenz, da ihm die erhaltenen Erinnerungen Erfolgserlebnisse verschaffen. Ähnlich verhält es sich mit der Erinnerungstherapie. Dabei werden, z. B. mithilfe von Fotografien, positive Erinnerungen in dem Betroffenen hervorgerufen, wodurch sein allgemeines Wohlbefinden gesteigert wird.
Insbesondere im Anfangsstadium der Erkrankung kann auch Psychotherapeutische Hilfe ratsam sein, damit der Betroffene sein Leben trotz Erkrankung, die er ja zu diesem Zeitpunkt bewusst erlebt, als sinnvoll empfindet.

Ein anderes altes  Medikament weckt ebenfalls Hoffnung. Das amerikanische Biochemie Unternehmen konnte zeigen, dass sich mit dem russischen Antihistaminikum „Dimebon“ der Krankheitsverlauf ein Jahr aufhalten ließ. Es scheint mindestens so gut zu wirken, wie die zurzeit eingesetzten Actylcholinesterase-Hemmer, kognitive Fähigkeiten und Alltagsfunktionen verbesserten sich. Interessant ist auch, dass Dimebon offenbar über einen anderen Wirkmechanismus verfügt, als die bisherigen Mittel. Eine Kombination wäre denkbar. Jetzt muss sich in größeren Studien zeigen, ob der Wirkstoff tatsächlich so gut ist.